Fraubünden: Ein Beitrag zum Jubiläum 2003 - Frauen in Graubünden haben eine Geschichte
   
Im Jahre 2003 feierte der Kanton Graubünden sein 200-jähriges Bestehen. Das historische Forschungsprojekt "Frauen in Graubünden. Forschungen zur Frauen- und Geschlechtergeschichte in Graubünden im 19. und 20. Jh." ist ein offizielles Projekt zum Jubiläum.
fraubünden fragt nach den Lebensbedingungen von Frauen in Graubünden im 19. und 20. Jh. Anhand der Themen "Verfassung und Recht", "FrauenKörper", "Arbeit" und "Fremdsein" wird der historische Alltag von Frauen und Männern aufgearbeitet und die Bedeutung von staatlichen, konfessionellen, sprachlichen und regionalen Strukturen für die Stellung der Frauen und die Ausgestaltung der Beziehung zwischen den Geschlechtern erforscht.
Systematische historische Forschung zu Leben und Arbeit von Frauen in Graubünden und ganz allgemein im Alpenraum fehlt noch weitgehend. Noch ist kaum bekannt, welche Faktoren den Alltag von Frauen in Graubünden wirklich prägten, wie sich der wirtschaftliche und kulturelle Wandel auswirkte und wie die politische und rechtliche Geschlechtersegregation die Arbeitsbedingungen und den Familienalltag von Frauen und Männern beeinflusste. Das Handbuch der Bündner Geschichte hat diesbezüglich Lücken und Fragestellungen aufgezeigt.
Das Forschungsprojekt "Fraubünden" verfolgt einen interdisziplinären Ansatz, indem ForscherInnen verschiedener Fachrichtung beteiligt sein werden. Es nützt die innovativen Fragestellungen und methodischen Ansätze der Frauen- und Geschlechtergeschichte. Die Geschlechtergeschichte geht davon aus, dass "das Weibliche" und "das Männliche" historisch, kulturell und sozial konstruierte und weniger biologische Kategorien sind. Das Geschlecht wird als Analysekategorie eingesetzt.
Das Forschungsprojekt "Frauen in Graubünden" will einen grundlegenden Beitrag zur Erforschung der Vergangenheit von Frauen in Graubünden leisten und schliesst damit eine grosse Lücke in der Bündner Geschichtsforschung. So erhalten z. B. die Vergangenheit der Bäuerin, der Lehrerinnen oder von Geschäftsfrauen erste Konturen.

fraubünden schafft den Bündnerinnen einen historischen Raum und macht ihre Geschichte endlich sichtbar. Mit der Erarbeitung dieses historischen Fundamentes wird nicht nur das Verständnis für die geschlechtsspezifische Entwicklung und Wirkung rechtlicher und sozialer Strukturen gefördert, sondern auch die Basis für die wichtige Auseinandersetzung über die Beziehung der Bürgerin zum Staat gelegt. Dies bildet einen Ausgangspunkt für die aktuelle Diskussion über die Ausgestaltung des Kantons an der Schwelle des dritten Jahrhunderts seiner Geschichte.

 



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